Warum mich das persönlich trägt
Stimme war für mich immer wichtig - durch Musik, durch Singen, durch eine sehr intensive eigene Auseinandersetzung mit meiner Stimme. Und durch meine eigene Familiengeschichte weiß ich, wie stark von außen auf eine weibliche Stimme eingewirkt werden kann, damit sie nicht zu laut wird. Ich habe gelernt, nie zu laut zu sein. Einen Ton zu finden, der für alle vertretbar ist - auch wenn das bedeutet, Freude nicht in ihrer ganzen Intensität auszudrücken.
Ich weiß heute: Damit bin ich nicht allein. Und genau deshalb ist dieses Thema für mich eine Herzensangelegenheit, keine Geschäftsidee.
Was diese Arbeit von einem inneren Kompass unterscheidet
Es geht in meiner Arbeit nicht nur um eine innere Stimme oder einen inneren Kompass, nicht nur darum, lauter oder deutlicher zu werden. Es geht darum, mit dem Klang in Kontakt zu treten, der ganz konkret zu einer bestimmten Frau gehört - und diese Klangerfahrung physiologisch zu verankern, nicht nur auf einer energetischen Ebene. Diesen Unterschied so tief zu verstehen, dass sich auch in Ausnahmesituationen - einer Schwangerschaft, einem großen Wechsel im Leben - die körperlichen Sensationen, die dabei entstehen, anders einordnen lassen.
Was sich für die Frauen verändert, mit denen ich arbeite
Was ich immer wieder sehe: Frauen bauen ein neues Bewusstsein für ihren eigenen, schwingenden Körper auf. Sie sind in ihrer Klangkraft verankert - und daraus entsteht ein Plateau von Sicherheit und Ruhe, das vorher nicht da war. Diese Arbeit braucht manchmal Zeit und verläuft selten geradeaus. Was sich aber greifbar verändert, ist die Zuordnung: Die Physiologie der eigenen Stimme wird klarer. Eine Frau versteht, wo ihre Stimme herkommt - und wo sie an Grenzen stößt. Der eigene Klang lässt sich den eigenen Worten wieder zuordnen, statt diffus „irgendwie zum Körper zu gehören". Das allein schafft sehr viel Freiheit.
Und oft finden Frauen über diese Arbeit auch ihr Nein wieder. Aus der frühen Sprachentwicklung weiß man, dass Nein zu den ersten Prinzipien gehört, die ein Kind versteht - die erste Regel eines Systems, das für einen selbst sorgt. Bei erwachsenen Frauen ist dieses Nein oft verschüttet. Es über die eigene Stimme zurückzugewinnen, ist etwas anderes als reine Durchsetzungsfähigkeit. Es ist ein Regelwerk, das ganz klar für den Menschen sorgt, der es ausspricht.
Warum online und privatärztlich
Ich habe vier Jahre lang eine Kassenpraxis geführt - am Anfang mit großem Stolz, Teil der öffentlichen Gesundheitsversorgung zu sein. Was ich lernen musste: Die Sätze, mit denen Therapeutinnen und Therapeuten aktuell arbeiten, liegen massiv unter dem, was eine wirtschaftlich tragfähige Selbstständigkeit erfordert. Nach zwei Jahren war mir klar, dass diese Arbeit so, wie ich sie verstehe, im bestehenden Rahmen nicht abbildbar ist. Der Rahmenvertrag der Kassen war für mich ein Korsett, das mein Wissen kappte, statt es zur Verfügung zu stellen.
Die Online-Praxis war für mich der nächste logische Schritt - gegründet während Corona, mit Online-Therapie von Anfang an integriert. Für mich bedeutet das, wirtschaftlicher zu arbeiten: keine Raumkosten, keine Mieten, kein Zeitverlust durch Ortswechsel. Für meine Patientinnen bedeutet es: keine Anfahrt, kürzere Wartezeit, bessere Integration in den Alltag. Nicht jedes Störungsbild passt zur Online-Therapie - das wird im Erstgespräch ehrlich geprüft, nicht beschönigt.
Mir ist wichtig zu sagen: Dieser Wechsel war für mich nie eine reine Entscheidung für mehr Geld. Die meisten Therapeutinnen und Therapeuten, die diesen Weg gehen, tun das aus genau der Erfahrung, die ich auch hatte - sich gegängelt, übergangen, nicht respektiert zu fühlen vom bestehenden System. Irgendwann steht man vor der Entscheidung: Arbeite ich so, wie ich mich ausgebildet und weiterentwickelt habe - oder werde ich ein kleines graues Zahnrad in einem Getriebe, das ohnehin schon kurz vor dem Auseinanderfallen steht? Ich habe mich entschieden, diesen Weg selbst zu bauen.
Was ich einer Frau sage, die gerade zögert
Frauen hören sich selbst sehr genau - auch dann, wenn sie sagen, sie hätten noch nie darauf geachtet. Die eigentliche Arbeit besteht selten darin, eine neue Wahrnehmung zu schaffen. Sie besteht darin, der Wahrnehmung, die längst da ist, endlich Raum zu geben.
Wenn du zögerst: Der erste Schritt muss nicht die große Entscheidung sein. Ein kostenfreies Erstgespräch, eine Newsletter-Anmeldung, ein erster, kleiner Schritt - wichtig ist vor allem, sich selbst ernst zu nehmen. Und falls sich zeigt, dass intensivere Arbeit sinnvoll ist: Es gibt verschiedene Wege, das auch wirtschaftlich möglich zu machen - über PKV, Beihilfe oder im Selbstzahlermodell, mit individuellen Lösungen wie Ratenzahlung. Ich habe meine Preise so gewählt, dass ich meine eigene Arbeit langfristig tragen kann - und gleichzeitig so viele Frauen wie möglich erreichen kann, die diese Arbeit brauchen.
Staatlich anerkannte Atem-, Sprech- und Stimmtherapeutin, ausgebildet nach der Schlaffhorst-Andersen-Methode. Zuvor Gründerin und Leiterin einer kassenärztlich zugelassenen logopädischen Praxis; seit 2025 eine der ersten reinen Online-Praxen für Stimmtherapie in Deutschland.
Stationen
- Freischaffende Musikerin, Komponistin und Dozentin
- B.Sc. Logopädie
- Spezialisierung Cochlea-Implantat - Arbeit mit CI-Trägerinnen und -Trägern, HNO-Hörzentrum Hannover, Wilhelm-Hirte-Zentrum Hannover
- Staatliche Anerkennung als Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin
- Gründerin einer kassenärztlich zugelassenen logopädischen Praxis
- Fachseminare Tiergestützte Intervention - pferdegestützte therapeutische Arbeit, eigene Pferde im Einsatz
- Masterclass Internationale Diplomatie (UNITAR) · Member, Institute of Global Negotiation, Zürich
- Member, Global Health HUB Berlin - Mental Health, Frauengesundheit, NCDs/Schlaganfall
- Fortbildung: Trauma-informed Leadership (Thomas Hübl)
- Gründerin von VoiceDoula-Konzept und der Onlinepraxis für weibliche Stimmgesundheit




